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Inhaltsverzeichnis

Machtdistanz

Machtdistanz drückt aus, inwieweit in einer Kultur bzw. einem Land Ungleichheit und Hierarchien toleriert werden. In Kulturen/Ländern mit hoher Machtdistanz werden autoritäre Einstellungen eher akzeptiert. Untergebene zeigen einen höheren Willen zur Kooperation nit Vorgesetzten und neigen dazu, Widersprüche zu vermeiden. In Kulturen/Ländern mit geringerer Akzeptanz für Machtdistanz gelten die entgegengesetzten Werte. Lit.Haft/Schlieffen,Handbuch der Mediation

Main-Mediation

Dieser Begriff aus der Mediation in Organisationen, bezeichnet die eigentliche Mediation zwischen Pre-Mediation und Post-Mediation.

MEDALOA

Ist die Bezeichnung für die Kombination einer Mediation und einem Last-Offer-Schiedsverfahren. Die Parteien können vereinbaren, zunächst eine Mediation durchzuführen, die bei einem Scheitern unmittelbar in ein Schiedsverfahren überführt wird.

Med-Arb

Med-Arb steht als Zusammensetzung für die Begriffe Mediation und Schiedsgerichtsverfahren (Arbitration). Der neutrale Dritte versucht zunächst, eine Eingigung der Parteien herbeizuführen. Gelingt dies nicht, wird die gleiche neutrale Person ermächtigt, eine bindende schiedsrichterliche Entscheidung zu fällen. Damit soll das Ziel erreicht werden, den Streit innerhalb kurzer Zeit beizulegen. (rb, nach Christoph Stroyer im Weblog "Master of Mediation" unter http://masterofmediation.wordpress.com)

Medianden

Der Name für die Konfliktpartner in der Mediation

Mediation

Mediation ist die Form der freiwilligen Konfliktbearbeitung, bei der die Betroffenen selbstverantwortlich unter möglicher Aktivierung von Ressourcen und Synergien unterschiedliche Interessen zu einem Konsens zusammenführen. Sie werden dabei von einem allparteilichen Mediator unterstützt, der durch eine professionelle Gesprächsleitung (Moderation, Prozessführung) eine konstruktive Arbeitsatmosphäre schafft und die Verfahrensstruktur sichert, aber keine Entscheidungsbefugnis besitzt.

Anwendungsbereiche der Mediation (beispielhaft):

Begriff gemäß Artikel 3 a der Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates

"Mediation" ist ein strukturiertes Verfahren unabhängig von seiner Bezeichnung, in dem zwei oder mehr Streitparteien mit Hilfe eines Mediators auf freiwilliger Basis selbst versuchen, eine Vereinbarung über die Beilegung Ihrer Streitigkeiten zu erzielen. Dieses Verfahren kann von den Parteien eingeleitet oder von einem Gericht vorgeschlagen oder angeordnet werden oder nach dem Recht eines Mitgliedstaates vorgeschrieben sein.

Es schließt die Mediation durch einen Richter ein, der nicht für ein Gerichtsverfahren in der betreffenden Streitsache zuständig ist. Nicht eingeschlossen sind Bemühungen zur Streitbeilegung des angerufenen Gerichts oder Richters während eines Gerichtsverfahrens über die betreffende Streitsache

Mediationsklausel

Eine Klausel in Verträgen, in der die Vertragspartner erklären, im Falle eines Konfliktes vorgerichtlichen Schritten, zunächst eine Mediation anzustrengen.

Mediatrix

ist die alte lateinische Bezeichnung von mediator in der weiblichen Form.

Menschenbild für den Konfliktfall

Niemand ist eine Insel.

Wäre dies so, gäbe es keinen Platz für Konflikte zwischen den Menschen. Streit gibt es nur zwischen Personen, die in irgendeiner Form zueinander in Beziehung stehen. Diese so genannten interpersonellen Konflikte sind daher klare Anzeichen für die Fähigkeit der Kontrahenten, Beziehungen aufzunehmen oder einzugehen. Wer Konflikte hat, ist daher weder beziehungsunfähig, noch schwach oder gestört.

Jeder ist eigenständig

Auch wenn Beziehungen einen nie zu unterschätzenden Einfluss auf die Persönlichkeit haben, so adaptiert jeder einzelne die Einflüsse seiner Umgebung auf individuelle Weise. Niemand ist völlig unabhängig, niemand ist völlig abhängig. D.h. jeder der Konfliktpartner trifft Entscheidungen und nutzt dadurch einen Freiraum, unabhängig wie klein oder groß er ihm persönlich erscheint.

Jeder will „wollen“

In seinem Freiraum kann der Mensch nicht zu etwas gezwungen werden, was er nicht will. Hier entscheidet er sich freiwillig zu etwas. Der Freiraum, den die Mediation bietet, benötigt deshalb auch die freiwillige Entscheidung des einzelnen, diesen Freiraum auch auszufüllen. Gerade im Konflikt erfahren Beteiligte oft ihre Entscheidungsfreiheit als eingeschränkt. Sich trotzdem für die Mediation zu entscheiden, ist eine Leistung der Konfliktparteien, die von Engagement und persönliche Reife zeugt.

Niemand will das Schlechtere

Menschen entscheiden sich so, wie es sich in der konkreten Situation für sie als das Beste darstellt. Dabei hat jedes Verhalten in einem bestimmten Kontext seinen Sinn. Konflikte sind ihrem Wesen nach ein Zusammenprall von empfundenen bzw. faktischen Widersprüchen. Konfliktparteien teilen sich daher oft die Schwierigkeit, ihr Verhalten und die anscheinend unvereinbaren Widersprüche im Konflikt optimal aufeinander abzustimmen. Diese Schwierigkeit ist allen Konflikten eigen und lässt daher keine Rückschlüsse auf bösen Willen oder Unfähigkeit der Konfliktpartner zu.

Es braucht Mut um Lösungen zu schaffen

Wer keine Probleme kennt, wird auch nie Lösungen schaffen. Doch nicht nur anzuerkennen, dass es Probleme gibt, erfordert Mut. Sich auf eine Lösung zuzubewegen bedeutet auch, den bisherigen Problemhorizont zu verlassen. Je kreativer die Lösung, desto ungewohnter und unbekannter ist sie zu Beginn. Dieses Neuland zu betreten fällt manchen leichter, anderen schwerer. Es zu tun, ist ein Zeichen von Stärke.

Metafrage

Mediator begibt sich auf eine andere Ebene und zwingt die Parteien sich auf seine Ebene zu begeben. z.B Frage: "Was müßte ich tun, damit sie hier mit einem guten Gefühl hinausgehen?"

MIKADO-Modell

  • M - Mediation klassisch
  • I - Innersystemische Mediation
  • K - Know-How für komplexe Fälle
  • A - Anwaltlich mediatives Verhandeln
  • D - Dialogisch mediatives Verhandeln
  • O - Osamuru ( japanisch sich besser machen) oder auch One-Party-Mediation

Mindmapping

Mindmapping ist eine Kreativitätstechnik. Dabei geht es darum, die eigenen Gedanken zu organisieren, eine "Landkarte des Geistes" zu entwerfen. Die Überlegungen zu einem bestimmten Problemkreis werden visualisiert, indem man von einem Hauptthema ausgehend, in einzelnen Verästelungen Neben- und Unterthemen ableitet. Durch Mindmapping lassen sich Probleme strukturieren und gleichzeitig ist der sich entwickelne Baum mit seinen Verästelungen nach allen Seiten offen und es kann immer weitergedacht und verfeinert werden.

Mini-Trial

In einem " kleinen Gerichtsverfahren " sucht ein neutraler Dritter als Vorsitzender unterstützt von zwei Vertretern der Parteien einen Vergleich zwischen den Parteien. Die Regeln sind verhandelbar und grundsätzlich formeller als bei der Schlichtung oder der Mediation. Vorteil Vorarbeiten erleichtern im Fall des Scheiterns ein späteres Gerichtsverfahren. Bedeutung in Europa gering. ( vgl Rules of Procedure for the Zurich Mini-Trial)

Mittelkonflikte

Ein Konflikt bei dem Einigkeit über das Ziel besteht. Streit besteht darüber mit welchem Mittel oder auf welchem Weg dieses Ziel zu erreichen ist..

mixed-motive game

So bezeichnet man das Gefangenendilemma-Spiel. Das ist das Spiel mit "gemischten" Motiven. Die Beteiligten können sowohl einer kooperativen als auch einer kompetitiven Orientierung folgen.

Mobbing

Mobbing ist der zusammenfassende Terminus für alle Strategien der Schikane, Diskriminierung und Isolierung von Mitarbeitern. Es kann Einzelne oder eine kleine Anzahl von Mitarbeitern treffen. Mobbingstrategien zielen vor allen auf unangepasste, durch besondere Kennzeichen, Stigmata oder Lebenssituationen geprägte, manchmal renitente, zumeist schwache und unsichere Personen.

Multi-Door-Courthouse

Das ist ein erstinstanzliches Gericht des Staates Massachusetts. Bevor Parteien das eigentliche Gerichtsverfahren beginnen können, müssen sie eine Abteilung des Cambridge Superior Court aufsuchen. In einem informellen Gespräch mit den Anwälten der Parteien erfragt die Mitarbeiterin des Programms, die selbst Anwältin und Mitbegründerin des Programms ist, was geschehen ist. Sie wägt nun ab, ob sie den Anwälten eine Mediation vorschlägt oder ob das Verfahren vor Gericht getragen wird.

Multiperspektivität

Fachausdruck für die Grundhaltung in der Mediation, dass die unterschiedlichen Sichtweisen, Werthaltungen und Wahrnehmungen der beteiligten Konfliktparteien respektvoll als gleichwertige Realitäten zu behandeln sind. Der Mediator bemüht sich primär nicht um eine Angleichung dieser Unterschiede - auch als Ausdruck seines Respekts für unterschiedliche Standpunkte - sondern um die gemeinsame, kreative Entwicklung von Lösungen, die den Interessen beider Seiten bestmöglichst entgegenkommt. Multiperspektivität unterscheidet Mediation daher fundamental von der gerichtlichen Konfliktlösung, bei der letztlich eine Sichtweise, das Urteil des Richters entscheidet. Dieser Begriff bezieht sich auf die radikale, phänomenologische Bedeutung von Perspektivität in der Gestaltstheorie und im Existenzialismus. (rb) Literatur: Psychologie der Mediation

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