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Inhaltsverzeichnis

Early Neutral Evaluation

Ein neutraler Dritter, häufig ein angesehener Jurist mit Spezialkenntnissen für das Streitgebiet, verhandelt die Angelegenheit mit den Parteien. Er ermittelt in dieser kurzen Verhandlung die Streitsituation, also Sachverhalte und Rechtsansichten. Er begründet dann urteilsähnlich, schriftlich, seine rechtliche Einschätzung und begründet diese Rechtsansicht mit den Hauptargumenten. Vor Bekanntgabe an die Parteien führt er - wenn es gewünscht wird - Vergleichsgespräche mit den Parteien. Falls diese nicht gewünscht werden oder scheitern, gibt er sein unverbindliches Urteil bekannt. Bei fehlender Einigungsbereitschaft der Parteien gibt er Ratschläge, wie in gerichtliches Verfahren effizient geführt werden kann. Die Wirkung besteht auch darin, daß die typische Überschätzung der Prozeßaussichten der Parteien reduziert wird.



Egalitäts-Prinzip

das Prinzip den Kompromiss in einer vernünftigen Teilung zu suchen, bzw. das Prinzip des gerechten Tausches; dies wird in der Mediation durch das Hinterfragen der Interessen erreicht.

Einigungshindernisse

  • Gefangenendilemma
  • Kognitive Dissonanz
  • Komplexitätsprobleme
  • Reaktive Abwertung
  • Transparenzdefizite
  • Überoptimismus
  • Divergenz zwischen den Interessen der Partei und denen des Parteivertreters
  • Informationsdefizite des Parteivertreters

Emotionale Intelligenz

Der Begriff wurde 1980 durch die Psychologen John Maier und Peter Salovey geprägt. Über emotionale Intelligenz verfügt, wer mit eigenen und fremden Gefühlen umzugehen versteht und dies mit der rationalen Intelligenz in Einklang bringt. Ein Mediator mit diesen Eigenschaften nimmt seine eigenen Gefühle wahr, kann diese einordnen und angemessen steuern und dadurch auch mit den Emotionen anderer umgehen.


Ein-Text-Verfahren

Dieses Verfahren kann in der Phase der Lösungssuche eingestzt werden. Es eignet sich besonders bei komplexen Verhandlungsthemen und Mehrparteienmediationen. Bei sich abzeichnenden Einigungsmöglichkeiten fertigt der Mediator einen gemeinsamen Arbeitstext, der die Grundzüge eines Lösungsvorschlags bezüglich aller Verhandlungthemen enthält.Anhand dieses Textes werden noch strittige Punkte solange verhandelt, bis ein Konsens aller Parteien erreicht ist. Erfinder dieses Verfahrens ist Louis Sohn, vgl. Fisher,R./Ury./Patton,B.,Getting to Yes:Negotiating Agreement Without Giving in(New York et al.:Penguin, 2.Auflage 1991).

Emotionale Resonanz

Emotionale Resonanz bedeutet eine durch verbale oder nonverbale (Mimik,Gestik) Äußerungen signalisierte, bekräftigende Reaktion. Sie ist die Eingangsvoraussetzung dafür, einen Aspekt überhaupt in die Interessensammlung aufzunehmen. Der Grad der Wichtigkeit eines Aspektes kann sich vehement oder - vor allem bei eher distanzierten Parteien oder sachbezogenen Konfliktthemen- in Form subtiler Verhaltensnuancen zeigen.

Empathie

In der psychologischen Literatur steht Empathie sowohl für die intellektuelle Wahrnehmung als auch für die emotionale Einfühlung. In der Mediation steht die Erforschung der Interessen im Vordergrund. Es geht darum sich präzise in die Welt des anderen einzufühlen und diese Welt gleichsam mit dessen Augen zu sehen.

Entscheidungsbaum

Teilfragen einer komplexen Fragestellung werden gestellt. Die alternativen Antworten werden mit Teilwahrscheinlichkeiten bewertet. Die Verzweigungen werden dabei graphisch dargestellt. Die Multiplikation der Teilwahrscheinlichkeiten eines eingeschlagenen Problemlösungpfades ergibt eine Gesamtwahrscheinlichkeit für diesen Weg. Überoptimistische Einstellungen können so vermieden werden. Diese Form der Bewertung unterschiedlicher Lösungswege dient als Grundlage für Verhandlungen und Entscheidungen über Vergleichsangebote nach Wahrscheinlichkeiten. Sie wird auch im Rahmen der Litigation Risk Analysis eingesetzt.

Entwicklungs-Konflikte

Unterschiedliche Entwicklunggeschwindigkeiten und –richtungen formen nicht miteinander kombinierbare Einstellungen, Verhaltensweisen und Ziele

Evaluation

Nach Abschluss der Mediationsvereinbarung werden die Lösungen in die Realität umgesetzt und werden nun an der neuen Realität gemessen. Diese abschließende Bewertung sollte mit Hilfe eines unabhängigen Dritten durchgeführt werden, um die Unabhängigkeit der Bewertung zu gewährleisten.

Examinieren

jemanden solange ausfragen, bis er aus dem Gleichgewicht kommt.

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